(man) Am kommenden Samstagnachmittag treffen die Eintracht Hildesheim Invaders auf den Vorletzten der German Football League. Auf gegnerischem Platz werden sie dabei von den Hamburg Huskies erwartet. Der langjährige Dauerkonkurrent aus Zweitligazeiten steht aktuell nicht da, wo man sie erwartet hatte. Nach ihrem Aufstieg in die höchste Deutsche Spielklasse des Football in 2014 gelang ihnen prompt der Sprung in die Playoffs. Hier scheiterten die Schlittenhunde zwar gegen die Schwäbisch Hall Unicorns, konnten jedoch für einen Aufsteiger einen durchaus bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Laufe der erste Spiele der aktuellen Saison läuft es nun alles andere als rund für die Huskies. Lediglich zwei Siege gegen Tabellenschlusslicht Düsseldorf stehen zu Buche. Fünf der bislang sieben Partien gingen verloren. Aus Sicht der Hildesheimer soll der aktuelle Abwärtstrend der Huskies genutzt werden um eigene Playoff-Träume zu ermöglichen. Nachdem die Bördestädter zuletzt gegen die drei vermeintlich stärksten Teams der GFL ihren Hut ziehen mussten, gelang ihnen am vergangenen Sonntag der zweite Saisonsieg. Gegen die Berlin Adler gewannen die Männer in Blau-Gelb ein hart umkämpftes Spiel mit 49:42. Offensiv läuft es damit recht gut für die Invaders, die in ihren letzten beiden Partien jeweils sieben Touchdowns erzielen konnten. Spannend hingegen gestaltet sich die Defensive Hildesheims. Ihr gelang es zuletzt nicht Stabilität ins Spiel der Invaders zu bringen. Natürlich schmeckt das Defensiv-Strategen und Cheftrainer Joe Roman ganz und gar nicht. Dennoch ist er optimistisch gestimmt: „Bei uns liegt es in der Verteidigung momentan an ganz simplen Problemen. Viel hat auch mit der mangelnden Erfahrung der jungen Spieler zu tun. Aber alles in allem sehe ich keine Probleme, die nicht im Laufe der Trainingswochen behoben werden können.“ Probleme an denen der US-Amerikaner jedoch machtlos ist, sind die erneuten Verletzungen in Reihen der Hildesheimer. Und es trifft dabei ausgerechnet die ohnehin gebeutelte Verteidigung. Defense-Liner Thomas Goepfert fand sich bereits in der Halbzeit gegen die Berlin Adler auf Krücken wieder und ahnte schlimmeres. Seine Diagnose steht zwar noch nicht fest, mit einem mehrmonatigen Ausfall ist aber wohl zu rechnen. Ebenso in die Riege der Verletzten reiht sich sein Defense-Line Kollege Torben Dill ein, der sich einen Außenmeniskus und Außenbandschaden zugezogen hat. Weiterhin nicht zur Verfügung steht Joe Roman außerdem Youngster Paul Jung, dessen Rückkehr in die erste Verteidungsreihe der Invaders aber in den nächsten Wochen erwartet wird.

Ein Lichtblick im Dunklen der Verletzungsmisere ist ein Neuzugang, der eigentlich keiner ist. Seit mehreren Wochen trainiert Defense-Liner Chris Sliwa nun mit dem Team, ist aber bisher auf Grund einer Sperre von fünf Spielen nicht spielberechtigt gewesen. Das Kraftpaket wechselte aus beruflichen Gründen in die Region und schloss sich nach Ablauf der Wechselfrist den Hildesheimern an. Zuletzt spielte Sliwa bei den Cologne Crocodiles, die noch im vergangenen Jahr fast zum Stolperstein der Invaders auf dem Weg in Liga Eins wurden. Alle aufgestaute Energie aus den vergangenen Trainingswochen soll nun genutzt werden um der Verteidigung neuen Halt zu geben.

Der ins Rollen gekommene US-Quarterback Zachary Cavanaugh ist derweil überzeugt erneut deutlich punkten zu können. „Das Zusammenspiel mit den Receivern läuft immer besser, die Offense-Line gibt mir die Sekunden, die ich brauche um den Überblick zu bekommen“, sagt Cavanaugh, der aber auch feststellt: „Wir haben noch einige Stellen, an denen es hapert. Unser Ziel muss es sein, ständig über uns hinauszuwachsen.“ Cavanaugh hat seine Fühler im Training überall, ist selten zufrieden. Er ist ein Arbeitertyp. Neben seinen Pässen waren es zuletzt insbesondere seine Läufe, mit denen er die Gegner schwindelig spielte. „Manchmal läuft es mir kalt den Nacken herunter wenn ich Zach rennen sehe und sich dann zwei, drei Spieler auf ihn stürzen. Irgendwie steht er dann aber doch am Stück auf. Und das immer wieder“, scherzelt Offensiv-Koordinator Christian Kling und merkt trotzdem mit ernster Miene an: „Manchmal mache ich mir schon einpaar Sorgen um seine Gesundheit. Aber er ist eben ein Risiko-Typ. Und bisher hat das oft den Unterschied gemacht.“

Auf Seiten der Hamburger ist bereits der zweite US-Quarterback im Einsatz, nachdem eine Verletzung des ursprünglichen Spielmachers dessen Saison beendete. Jerry Lovelocke, der aktuelle Hamburger Quarterback, sei jedoch der eigentliche Wunschkandidat von Sportdirektor Patrick Esume gewesen. Seine Verpflichtung blieb jedoch anfänglich aus, da dieser in den USA noch auf einen Platz in einer Profi-Liga hoffte. Gemeinsam mit Esume, der im Coaching-Staff des Profi- Teams aktiv sein sollte, stand er dabei bereits in den Startlöchern. Kurzfristig wurde dann jedoch der komplette Spielbetrieb der Liga abgesagt. So konnte Lovelocke über Umwege doch noch den Platz in der Hamburger Offenisve einnehmen.

Voll auf seine Funktion als Sportdirektor kann sich auch Patrick Esume konzentrieren. Er hat wohl mittlerweile durch seine Kommentatorenrolle während NFL-Spielen auf ProSiebenMaxx deutschlandweite Bekanntheit erlangt.
Es gilt nun aus Hildesheimer Sicht die Bilanz auszugleichen und den dritten Sieg im sechsten Spiel einzufahren. Der ist unbedingt notwendig um die Playoff-Ambitionen zu wahren. Kickoff im Hammer-Park in der Hansestadt ist um 17 Uhr. Die Invaders hoffen wie auch zuletzt dabei auf zahlreiche Unterstützung der Fans.