20150612-DSC_2957(man) Die Eintracht Hildesheim Invaders mussten sich vergangenen Samstag vor 1448 Zuschauern gegen die Dresden Monarchs geschlagen geben. Nach einem hitzigen Spiel auf dem ausgebauten Eintracht Homefield stand es am Ende 49:77. Dabei hielt der Liga-Neuling von der Börde lange Zeit mit den Sachsen mit. Die gut besuchte Heimstätte erwies sich zum ersten Mal in 2016 als würdiges Erstliga-Pflaster. Während noch letzte Vorbereitungen auf der Tribüne der Invaders abliefen, ging es in den Reihen von Cheftrainer Joe Roman bereits heiß her. Nach der knappen Niederlage gegen die Berlin Rebels am vergangenen Wochenende wollte man das Ruder herumreißen. In gewisser Weise sollte das auch gelingen. „In der letzten Woche hat uns die Defense den Rücken freigehalten und wir konnten mit der Offensive nicht enorm viel ausrichten. Diesmal war das leider andersherum“, konstatiert Offensiv-Koordinator Christian Kling. „Natürlich sind wir nun froh zu sehen, dass wir in der Lage sind innerhalb einer Trainingswoche einen enormen Sprung hin zulegen. Ich bin mir sicher, dass auch die Defense bis zum nächsten Spiel wieder zurück in die Spur finden wird.“

Wahrlich startete pünktlich um 16 Uhr ein Punkte-Gewitter. Zunächst zu Gunsten der Dresdner. Denn bereits im ersten Spielviertel lagen die blau-goldenen Invasoren mit 0:21 hinten. Dabei war es insbesondere der Runningback der Sachsen, der den Männern von Defensiv-Spezialist Joe Roman zu Schaffen machte. Joe Bergeron heißt der US-Amerikaner, der eigentlich nur aus der Not geboren bei den Monarchs anheuerte. Zu Beginn der Saison verletzte sich der eigentliche Wunschkandidat schwer. Mit sage und schreibe acht Touchdowns sollte Bergeron an diesem Spieltag einen GFL-Rekord gegen die Invaders aufstellen. Unbeeindruckt davon jedoch glänzten auch die Hildesheimer US-Runningbacks Phil Gamble und Reggie Bullock, die kurz vor der Halbzeitpause den knappen Zwischenstand von 21:35 herstellten. Die Extrapunkte nach den Touchdowns der Invaders verwandelte der nach Verletzungspause zurückgekehrte Jonas Kretschmann. Eine sehr faire Partie zweier höchst engagierten Teams wurde in der zweiten Halbzeit kurzfristig gestört, als Phil Gamble und der Dresdner Williams James aneinander gerieten. Beide wurden in folge dessen vom Platz gestellt. Was genau zwischen den beiden vorgefallen war ging im Trubel nicht unter. Dies sollte allerdings den Spielfluss nicht weiter beeinträchtigen. Durch weitere Scores von Invaders-Quarterback Zachary Cavanaugh und Runningback Reggie Bullock stand es mit Beginn des letzten Viertels 42:49. Längst witterte das Hildesheimer Publikum die Chance den Liga-Riesen zu stürzen. Doch kündigte sich zu Beginn der letzten zwölf Minuten an, dass es bei der Hoffnung bleiben sollte. Zwei aufeinander folgende Angriffe der Monarchs durch Receiver Hinrichs und Runningback Bergeron konnte die Hildesheimer Verteidigung nicht abwehren. Damit lag das Team der Invaders mit drei Touchdowns zurück und die Zeit schwindete fortan. Paul Bogdann fing gut fünf Minuten vor Schluss einen 19-yard Pass von Cavanaugh, der vorübergehend auf 49:63 verkürzte. Die letzte Chance der Bördestädter überrollte jedoch Rekordmann Joe Bergeron, der den Endstand von 49:77 zu Gunsten der Dresden Monarchs im Alleingang herstellte. „Wir haben heute viel Gutes gesehen und gleichermaßen unsere Schwachstellen aufgezeigt bekommen. Mit harter Arbeit in der kommenden Trainingswoche sehe ich jedoch keinen Grund, warum wir das Rückspiel nicht für uns entscheiden sollten. Wir gehören in die erste Liga und das haben wir heute auf dem Feld gesehen“, zieht Cheftrainer Joe Roman in der Abschlussbesprechung der Mannschaft Fazit.

Die neue digitale Anzeigetafel am Homefield am Philosophenweg zeigte zwar deutlich die Niederlage der Invasoren an. Die würdevoll eingeweihte ausgebaute Tribüne und der Elan der Mannschaft zeigen allerdings auf wie viel Aufwand in und um die Invaders betrieben wird. Für das Team steht nun eine dreiwöchige Auswärtstour an bis es nach der Sommerpause dann wieder auf heimischen Terrain heiß her gehen soll. Zunächst treffen die Bördestädter dabei am kommenden Sonntag in der Bundeshauptstadt auf die Berlin Adler. Die Adler befinden sich derzeit mit einem Spiel mehr auf dem fünften Tabellenplatz. „Wir haben nun gegen die vermutlich drei stärksten Teams in Folge gespielt. Gegen die Adler soll nächste Woche klar werden, dass wir unser Ziel Playoffteilnahme, also Platz vier, nicht aus den Augen verlieren“, vermeldet Invaders-Spielmacher Cavanaugh. „Ich denke wir haben trotz der Niederlage gezeigt, dass wir in Schlagdistanz sind.“

Scoring summary: Quarter 1 TD Bergeron 00:07 TD Sagne 00:14 TD Bergeron 00:21 Quarter 2 TD Gamble 07:21 TD Bergeron 07:28 TD Bullock 14:28 TD Hinrichs 14:35 TD Gamble 21:35 Quarter 3 TD Cavanaugh 28:35 TD Bergeron 28:42 TD Bullock 35:42 TD Hinrichs 35:49 TD Cavanaugh 42:49 Quarter 4 TD Hinrichs 42:56 TD Bergeron 42:63 TD Bogdann 49:63 TD Bergeron 49:70 TD Bergeron 49:77