(man) Die Zeit der schönen Reden ist vorbei, wenn am Samstagnachmittag die Eintracht Hildesheim Invaders auf die Kiel Baltic Hurricanes treffen. Das Duell mit den Wirbelstürmen aus dem hohen Norden könnte die Vorentscheidung im Rennen um die Playoffs sein. Unverändert zur Vorwoche verweilen die Hildesheimer auf Platz 5, Kiel auf Platz 4. Noch befinden sich die Invaders in Schlagdistanz zu den Hurricanes, die sich am Sonnabend vom Verfolger aus Hildesheim befreien wollen. Beide Teams haben ein klares Ziel vor Augen: Am Ende der Saison will man in den Playoffs stehen. Und dazu ist mindestens Platz 4 Voraussetzung.

Nach einem starken Auftritt in der Vorwoche gegen den Tabellenführer aus Berlin treten die Invaders dennoch auf der Stelle. „Unser Ziel war es fünf der letzten sechs Partien zu gewinnen. Da hat sich natürlich weiterhin nichts dran geändert, allerdings hieße das nun auch, dass wir kein Spiel mehr verlieren dürfen“, stellt Invaders Quarterback Zachary Cavanaugh fest. Und bei fünf Siegen wäre der Aufsteiger von der Börde tatsächlich in den Playoffs, denn zwei dieser fünf verbliebenen Spiele finden eben gegen genau jenen direkten Playoff-Kontrahenten aus Kiel statt. Die Nordlichter konnten nach holprigem Saisonstart einen wahrlichen Lauf starten. Gegen den deutschen Meister aus Braunschweig gelang den Hurricanes zunächst ein Unentschieden im Hinspiel, am vergangenen Wochenende verloren sie durch ein Fieldgoal in letzter Sekunde. Den Tabellenführer Berlin Rebels konnten die Kieler vor zwei Wochen knapp besiegen. Das Selbstbewusstsein der Wirbelstürme sollte also durchaus gestärkt sein wenn sie auf den klaren Underdog und Aufsteiger aus Hildesheim treffen.

Bei den Hildesheimern ist erneut eine Verletzung zu verzeichnen. Nach einem sehenswerten Catch und anschließendem Lauf erlitt die ohnehin schon angeschlagene Schulter des Hildesheimer Receivers Jonas Kretschmann einen Schlag, der dem jungen Kraftpaket wohl das Spiel gegen die Kieler kostet. Ein Fragezeichen steht ebenso hinter dem US-Amerikaner Eric Allen. Im Spiel gegen die Berlin Rebels zog es das Knie des Safetys in Mitleidenschaft, sodass zunächst noch auf grünes Licht aus der medizinischen Abteilung gewartet werden muss. Selbiges grünes Licht erhofft sich derzeit der Defensive-Line Newcomer der Invaders, Paul Jung. Im ersten Saisonspiel gegen die Düsseldorf Panther zog er sich einen Bruch des Schlüsselbeins zu und fehlte den Invasoren seitdem schmerzlich in der ohnehin angeschlagenen Defensive-Line.

Headcoach Joe Roman, der selbst noch vor zwei Spielzeiten der Defensiv-Koordinator der Kieler war, weiß um die Stärke der Hurricanes: „Natürlich sind wir uns bewusst, dass wir wenige Fehler machen dürfen um gegen ein Team wie Kiel zu bestehen. Aber dafür bereiten wir uns in Form von Videoanalysen und Installations-Perioden im Training explizit auf Besonderheiten des Kieler Spiels vor. Bisher gelang uns die Umsetzung dieser Vorbereitung stetig nur ansatzweise, was sicherlich auch der fehlenden Erfahrung unseres jungen Teams zuzurechnen ist. Ich merke allerdings, dass wir Fortschritte machen und mit Herzblut dabei sind. Das ist mir wichtig.“ Linebacker Viktor Bürger ergänzt: „Das wird ein Showdown am Samstag. Für uns gibt es jetzt nur dieses Spiel. Danach sehen wir weiter.“

Heiß hergehen dürfte es also am Samstag wenn das Leder-Ei wieder durch den Eintracht Sportpark am Philosophenweg fliegt. Kickoff ist um 16 Uhr. Tickets gibt es online unter: http://tickets.goinvaders.de, oder an der Tageskasse im Stadion.