Gut sechs Wochen vor dem ersten Testspiel gegen die Elmshorn Fighting Pirates schlagen die Invaders noch einmal auf dem Transfermarkt zu: Als Verstärkung für die erste Reihe der Verteidigung kommt Routinier Paco Varol nach Hildesheim.

Der Hamburger, der in den vergangenen Jahren bei den Kiel Baltic Hurricanes unter Vertrag stand und seine Footballschuhe eigentlich an den berühmten Nagel gehangen hatte, hat noch einmal Blut geleckt. Der 30-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass seine Freunde Casey Therriault und Joseph Lebeau eine wichtige Rolle für seine Entscheidung gespielt haben: „Na klar, der Hauptgrund ist schon die Truppe, mit der wir schon in Braunschweig erfolgreich waren.“ Nach mehreren Gesprächen mit Matt LeFever war für ihn klar, dass auch das Programm und die Ambitionen des Vereins für ihn passten. „Mein Ziel ist es schon, unter die ersten vier zu kommen und die Playoffs zu erreichen“, so Varol.

In der Defense Line soll Varol, der sehr vielseitig einsetzbar ist, den Hildesheimer Routinier Marcus Ritter entlasten und das große Talent aus den eigenen Reihen, Benjamin Latt, anlernen. Aber auch für Entlastung bei Tim Remmerbach, Botond Kriszai, Mamadou Sy, Karlis Brauns, Semmie Raji und Keanu Ebanks sorgen. „Wir wollen möglichst breit aufgestellt sein und erhoffen uns, dass unsere Spieler durch die Erfahrung von Paco am College profitieren“, sagt Invaders-Manager Dominic Mai.

Varols Karriere beginnt in den USA. Seine Mutter schickt den damals 16-Jährigen auf die Highschool: „Junge, du sollst richtig Englisch lernen.“ Das macht er und kickt nebenbei für das Schulteam. Ein 45-Yards-Gamewinner entfacht endgültig das Feuer in dem jungen Mann. Zurück in Deutschland schließt er sich den St. Pauli Buccaneers an. Die Trainer Campino Milligan und Patrick Esume prägen den jungen Hamburger und ermutigen ihn, den Schritt ans College zu wagen. Varol bastelt ein Video seiner Spiele zusammen und schickt es an zig Universitäten in den USA. Mit Erfolg. Die Liberty University in Virginia gibt dem Mann ein Stipendium und fortan spielt der kräftige Varol fünf Jahre am College auf höchstem Level. Nach seiner US-Karriere schnappen die Braunschweiger zu holen den Deutschen nach Hause.