Hildesheim. Endlich hat es auch auswärts geklappt: Die Hildesheim Invaders haben am Samstag den ersten Auswärtserfolg der Saison eingefahren und damit die Abstiegsangst zunächst vertrieben. Mit einer taktisch ganz starken Leistung gewannen sie beim Tabellenfünften Potsdam Royals mit 14:0 (0:0, 0:0, 7:0, 7:0) und holten  überraschend beide Punkte. Nach dem 23:9 vor 14 Tagen auf eigenem Platz gegen Schlusslicht Hamburg Huskies war es der zweite Sieg in Folge.
Headcoach Matt LeFever und sein Offense Coordinator Matt Crockett hatten sein Team klug eingestellt. Die Invaders setzten in der Offensive häufig ihr Laufspiel ein und arbeiteten mit kurzen Pässen. Sie verzichteten die ganze Partie auf Big Plays. So blieb das Angriffsrecht lange in den Hildesheimer Reihen und die Spieluhr lief herunter – und sie spielten die Abwehr des Gegners müde. Noch bis Mitte des dritten Quarters stand es 0:0.
Eigentlich hätten die Niedersachsen da schon ein oder zwei Touchdowns vorn liegen können, wenn nicht sogar müssen. „Dass wir nicht eher gepunktet haben, ist vielleicht der einzige Wer­muts­trop­fen“, sagte Wide-Receiver-Coach Dominic Mai.
Dreimal hatten sich die Hildesheimer bis dahin weit in die Hälfte der Royals gekämpft –  nur der letzte Schritt in die Endzone des Gegners wollte nicht funktionieren. Zudem wurden den Gästen zwei Touchdowns wegen Regelverstößen aberkannt. Die angeblichen Fouls fanden aber weit weg vom Geschehen statt und hatten mit den eigentlichen Angriffen nichts zu tun. Sei es drum: Sieg ist Sieg.
Bei vierten Anrennen klappte es besser: Der mittlerweile eingewechselte neue Quarterback Tyler Johnson täuschte einen Pass an, lief aber selbst mit dem Ball – und brachte das Ei über die Linie. Die Invaders führten mit 6:0. Den anschließenden Kick setzte Jonas Kretschmann sicher zwischen die Stangen: 7:0.
Ganz stark präsentierte sich auch die Hildesheimer Defensive. Die Potsdamer Offense kam überhaupt nicht in die Nähe der Endzone. Invaders-Safety Jeffrey Juurlink leistete Schwerstarbeit – Defense-Coordinator Winston Huggins hat seine Hausaufgaben gemacht und sein Team motiviert. Auch im letzten Quarter rannten die Royals vergeblich gegen eine Wand aus blau-gelb gekleideten Invaders-Spielern.
Vorn sorgte ein weiterer Neuzugang für die Vorentscheidung: Jaleel Awini setzte kurz vor Schluss den Touchdown zur 13:0-Führung. Kretschmann holte obendrein noch den Extrapunkt zum 14:0. Die Potsdamer ergaben sich ihrem Schicksal. Und die Hildesheimer feierten.
Wehrmutstropfen: Janosch Beauchamp war nicht in Party-Laune. Der Invaders-Linebacker hatte sich eine schwere Knieverletzung zugezogen. Genaueres werden die Untersuchungen in dieser Woche zeigen.
Die German Football League geht jetzt in die Sommerpause. In vier Wochen empfangen die Invaders Hildesheim dann die Kiel Baltic Hurricanes am Philosophenweg und fahren in der darauffolgenden Woche nach Kiel. Diese Partien werden Richtungsweisend für Invaders sein.