Paderborn. (HAZ) Sie wussten kaum noch, wie sich eine Niederlage anfühlt: Seit dem 30. Mai hatten die Invaders Eintracht Hildesheim keine Football-Zweitligapartie mehr verloren – bis gestern: Da erwischte es den alten Tabellenführer.
Das Top-Spiel beim neuen Spitzenreiter Paderborn Dolphins ging mit 47:31 (6:0, 13:10, 14:0, 14:21) verloren. Es war eine Wasserschlacht. Während
der kompletten Partie regnete es Bindfäden. Trotzdem pilgerten mehr als 2500 Zuschauer ins Paderborner Hermann-Löns-Stadion, darunter auch gut 100 Hildesheimer. Allerdings verschliefen die Invaders die Anfangsphase. Sie gerieten mit 13:0 ins Hintertreffen. Erst Quarterback Griffin Neal konnte durch einen Touchdown das Ergebnis freundlicher gestalten. Den anschließenden Extrapunkt versenkte Jonas Kretschmann – es stand nur noch 13:7. Kretschmann legte kurz darauf durch ein Fieldgoal nach. Er verkürzte auf 13:10. Näher sollten die Hildesheimer aber nicht mehr herankommen. Die
Dolphins konterten noch vor der Pause und erhöhten auf 19:10. Diesmal schafften es die Invaders nicht, nach dem Wechsel eine Schippe draufzulegen. Im Gegenteil: Paderborn machte das Spiel. Nach einem erneuten Touchdown plus Extrapunkt zogen die Gastgeber auf 26:10 davon. Und damit nicht genug. Sie bauten die Führung sogar auf 33:10 aus. Es war ein ziemlich gebrauchter Nachmittag für die Gäste. Besonders in der Hildesheimer Abwehr lief wenig zusammen. Allerdings hat die Mannschaft von Headcoach Joe Roman in der Defensiveauch etliche Verletzte zu beklagen – darunter Thomas Goepfert und Tomas Louda. Etwas Hoffnung keimte auf, als Invaders Wide Receiver Christian Fette sein Team per Touchdown auf 33:16 heranbrachte. Aber die Dolphins hatten immer eine Antwort parat. Sie erhöhten wieder auf 40:16. Da halfen auch die  anschließenden sechs Hildesheimer Punkte nebst der Two Point Conversion zum 40:24 nicht mehr – denn Paderborn konterte
auf 47:24. Runningback Reggie Bullock verkürzte am Ende immerhin noch auf 47:30 – auch der anschließende Extrapunkt zum 47:31 saß. Trotz der längst feststehenden Niederlage war es ein wichtiger Touchdown: Durch diesen letzten Bullock-Kraftakt haben die Hildesheimer gegenüber den Dolphins bei einem zu Saisonende möglichen Punktegleichstand in der Tabelle die besseren Karten. Paderborn gewann gestern mit 47:31 – also „nur“ mit 16 Zählern Vorsprung. Das Hinspiel Mitte Juni hatten die Hildesheimer aber mit 17 Punkten (34:17) Differenz für sich entschieden. Damit stehen sie im direkten Vergleich etwas besser da als die Dolphins. „Wir haben etliche leichte Fehler gemacht, so kann man in Paderborn nicht gewinnen. Bis Samstag müssen wird das abstellen“, sagte Headcoach Roman. Dann nämlich gibt es das nächste Top-Spiel für die Invaders – zu Gast auf dem Eintracht-Homefield sind die Lübeck Cougars (Kick Off am Philosophenweg um 16 Uhr). Die Lübecker unterstrichen an diesem Spieltag beim 70:46-Offensivspektakel gegen die Bonn Gamecocks ihre Meisterschaftsambitionen. In der Tabelle lauern sie mit 15:7 Punkten auf Platz drei. Neuer Zweiter ist Hildesheim (15:5). Die Führung konnten die Paderborn Dolphins mit nunmehr 16:8 Punkten übernehmen. Nach Minuszählern sind aber die Invaders und auch die Lübecker weiter im Vorteil.