lions_reggieNiedersachsenderby Teil 2

(man) Am kommenden Samstag geht es im Eintracht Stadion Braunschweig heiß her. Neben der 1. Niedersächsischen Grill- und BBQ-Meisterschaft steht als abendliches Highlight das Spiel der GFL-Nachbarn Braunschweig und Hildesheim auf dem Plan. Kickoff zwischen dem Aufsteiger aus Hildesheim und dem Rekordmeister Braunschweig ist um 18 Uhr. Bereits um 13 Uhr treten dabei auch die Flag-Football Teams der beiden Kontrahenten gegeneinander an. Nach einem denkwürdigen Hinspiel vor mehr als 3500 Zuschauern im Hildesheimer Friedrich-Ebert-Stadion soll auch der zweite Teil des Niedersachsenderbys ein Tag im Zeichen des American Football werden.
Der einzige Punkt, der wohl aus Sicht der Eintracht Hildesheim Invaders am Hinspiel bemängelt werden kann, ist sicherlich das Ergebnis. Am Ende des Spiels siegten die New Yorker Lions mit 52:07 gegen überforderte Invaders. Seit dem zweiten Spiel der Saison ist dabei einiges passiert. Während die Lions sich zwischenzeitlich auf einem ungewohnten 3. Platz widerfanden, pendelten sich die Invasoren derweil um Platz 5 ein. Nach derzeitigem Stand sind aus Sicht der Lions alte Zustände hergestellt. So kämpften sich die Braunschweiger zurück an die Tabellenführung. Diese verspricht Heimrecht während der Playoffs. Der Playoff-Zug ist für die Invaders währenddessen nach der knappen Niederlage gegen Hamburg endgültig abgefahren. Dennoch gehen die Bördestädter hochmotiviert in die Partie. Cheftrainer Joe Roman hatte seinen Männern unterdes klargemacht, dass es nach dem geplatzten Playoff-Wunsch vor allem darum geht, alles noch Mögliche aus der Saison herauszuholen. Wichtig sei schließlich auch die Art und Weise wie man in der Zukunft an eine solche Saison zurückdenkt. „Es ist ein tolles Gefühl in zehn oder zwanzig Jahren mit seinen alten Mannschaftskollegen zusammenzukommen und zu sagen: Hey, das war eine geile Saison damals“, so der 73-Jährige. Er selbst erinnert sich gerne an zahlreiche Erfolge zurück. Einen seiner Meisterschaftsringe trägt er dabei dauerhaft. Auch damit er ihm immer wieder deutlich macht wie wichtig solche gemeinsamen Erlebnisse sind. „Auch dieses Jahr hat das Zeug dazu eines zu werden, das für immer in unseren Köpfen bleibt, wenn wir es mit voller Kraft zu Ende bringen“, stellt er abschließend fest.
Nach anfänglich wenig konstanten Leistungen der Offensive als auch der Defensive soll allmählich etwas mehr Souveränität ins Spiel der Hildesheimer kommen. Da die Braunschweiger Lions nach den Invaders noch auf ihre beiden engsten Verfolger Dresden und Berlin treffen, hoffen die Hildesheimer auf Unkonzentriertheit beim Rekordmeister. „Vielleicht sind sie mit den Köpfen schon eine Station weiter“, merkt der Cheftrainer an. Außerdem wird Braunschweig wohl Quarterback Grant Enders und Wide Receiver Niklas Römer schonen müssen. Beide Leistungsträger sind angeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass sie für die Playoffs zurückgehalten werden. „Warum soll es also nicht gelingen, die Lions ein wenig zu ärgern. Unser Ziel ist ganz klar solange auf Augenhöhe mitzuspielen wie möglich“, verspricht Ex-Löwe Viktor Bürger. Für ihn wie auch einige weitere aktuelle Hildesheimer wird es ein besonderes Erlebnis. So verließen in den letzten zwei Jahrzehnten schließlich etliche Talente der Invaders das beschauliche Hildesheim um in Braunschweig um Titel zu kämpfen. Ein Trend, der nun vielleicht ein Ende gefunden haben könnte. Erstmals hatten wohl die Hildesheimer mehr Braunschweiger Spieler als Neuzugänge zu vermelden als andersherum. Auch Offensiv-Koordinator Christian Kling freut sich auf die Rückkehr in das Eintracht Stadion. Er feierte selbst Meisterschaften in Reihen der Löwen, steht nur aber auf der gegenüberliegenden Seite des Stadions. „Das wird eine neue Erfahrung für mich, aber sicherlich eine, an die ich mich gewöhnen könnte.“
Personell können die Invaders nahezu aus dem Vollen schöpfen, lediglich die eine oder andere Erkältung macht einigen Spielern noch zu schaffen. Linebacker Manuel Haberlach, ebenso Ex-Lion, laboriert derweil an einem Hämatom im linken Unterschenkel. Bei ihm wird die Entscheidung, ob er an alter Wirkungsstätte zum Einsatz kommt, wohl kurz vor Spielbeginn fallen.
Auf Grund der geringen Entfernung und des vollen Tagesprogramms hoffen die Invaders natürlich auf zahlreiche Unterstützung aus der eigenen Heimat. Die Baugenossenschaft Wiederaufbau, gemeinsamer Sponsor der Invaders und Lions, hatte dazu im Vorfeld bereits Tickets verlost und die Werbetrommel gerührt. Der Samstag wird also ganz im Zeichen des Niedersächsischen Football-Erfolges stehen. Für die dennoch zuhause gebliebenen Football-Fans steht auch ein Livestream der New Yorker Lions zur Verfügung. (http://livestream.com/NewYorkerLions/2016-NYL-HI)