“Man, I love the offseason.”

…said no football fan ever.

Word. Die deutsche OffSeason ist ein kleines Drama. Das Wetter nasskalt, Tageslicht weder vor noch nach der Arbeit vorhanden. Dunkelheit. Dazu kommt die Anfälligkeit für Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Auch ich lag letzte Woche flach. Gut, dass niemand gemerkt hat, dass der wöchentliche Artikel ausgefallen ist. Aber es gab‘ ja genug spektakuläre Neuigkeiten, über die ausführlich berichtet wurden. Unsere Importspieler sind vorgestellt! Und ich hatte Zeit mich im Krankenbett mit der Recherche zu den neuen Gesichtern zu beschäftigen.

Wow – Wie sympathisch sind die denn?!

Als ich das Vorstellungsvideo unseres neuen QB Shazzon Mumphrey gesehen habe, bin ich aus dem Schmunzeln nicht mehr rausgekommen. Da sitzt er auf seinem Bett und erzählt frei von der Leber über sich selbst und über die Erwartungen, die er bei seiner Reise mit im Gepäck haben wird. Die Vorfreude sprudelte nur so aus ihm heraus. Ich bin mir sicher, dass der 1,90m-Typ einfach richtig Bock hat und seine Footballleidenschaft hier voll ausleben wird.

Und dann kam der vervollständigende Spot unseres neuen Franzosen Robin Sebeille, der im Interview formulierte, dass nach den Gesprächen mit unserem HC Matt LeFever die Entscheidung eine Saison in der Rosenstadt zu spielen, relativ klar war. Aber spätestens nachdem klar war, dass er mit Shazzon in einem Team spielen würde, war die Freude auf eine gemeinsame Zeit in Deutschland sicher.

The idea of waiting for something makes it more exciting.

Das sind sie also – unsere neuen, amerikanischen Hoffnungsträger. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber neue Amis stehen bei mir erstmal unter besonderer Beobachtung. Und gerade auf Schlüsselpositionen wie die des Quarterbacks.

Neben neuen amerikanischen Jungs, haben wir auch „Alte“ wieder im Boot. Und das ist nicht minder euphorisch zu sehen. Mit Phillip Gamble und Janosch Beauchamp sind zwei durchweg entspannte, ruhige Jungs, die man einfach gern um sich hat. Und wenn man die beiden fragt, warum sie sich doch für eine weitere Saison mit den Invaders vorstellen können, dann ist die Meinung einstimmig: Hildesheim und die Organisation drumherum fühlt sich familiär an. Natürlich kann unsere Stadt nicht mit Berlin, Köln oder München herhalten. Dafür aber mit einem Umfeld, das klein, überschaubar und trotzdem fest in den Werten ist. Alle handelnden Personen sind sich irgendwie näher – vom Vorstand, über Spieler, Coaches und den heimischen Fans. Das sind wir und unsere Stärken, Leute. Wir sitzen an Gamedays zusammen und treffen immer wieder auf die gleichen Menschen, während man im Regen vom InvadersBurger abbeißt und versucht sich so zu positionieren, dass der Popo nicht ganz so nass wird, weil unsere Tribüne teilweise eben nicht ganz so ausgeglichen und gerade gebaut wurde. Ein Verein mit Ecken und Kanten. Nicht perfekt und in vielen Zügen noch ausbaufähig. Aber absolut authentisch.

Und Jungs wie Phil und Janosch, die diese familiäre Atmosphäre schätzen und leben, sind es, die deshalb auch so wertvolle Puzzleteile im Mannschaftskonstrukt sind.

Auch andere Teams setzen auf das Zusammenwachsen der Organisation: Die Schwäbisch Hall Unicorns zum Beispiel. Fünf Importspieler kommen in 2018 direkt wieder. Jetzt sagt man schnell, dass das an dem erst kürzlich eingefahrenen GermanBowl-Sieg liegen könnte und der Durst nach weiteren Ringen noch nicht gestillt ist. Ich behaupte aber, dass sich der Verein aus Schwäbisch Hall kontinuierlich weiterentwickelt hat. Wie? Durch viele ehrenamtliche Helfer wurden kleine Schritte gemacht, wie wir es in Hildesheim tun, und sich auch deshalb die Importe ohne zu zögern entscheiden, zurückzukommen. Geldscheine ersetzen eben noch keine Familie.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen in Hildesheim! Wir freuen uns auf Euch!